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Follikuläres Lymphom: Immunchemotherapie bleibt Standard

In einer Studie konnten langfristig keine erheblichen Vorteile durch eine Kombination von Chemo- und Strahlen-Immuntherapie gegenüber der Kombination Rituximab und Chemotherapie nachgewiesen werden.

Patienten, bei denen ein follikuläres Lymphom im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird, können wirksam und sicher mit einer Kombination aus Chemo- und Immuntherapie behandelt werden. Das bestätigte sich in einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology, in der die Langzeitergebnisse dieser Therapie im Vergleich zu Chemotherapie gefolgt von Strahlen-Immuntherapie verglichen worden waren.

Bei Patienten mit fortgeschrittenem follikulärem Lymphom und hohem Risiko für einen ungünstigen Krankheitsverlauf ist derzeit die Kombination aus Chemotherapie mit (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison = CHOP) und dem Antikörper Rituximab (R-CHOP) Standard. Rituximab richtet sich gegen das Oberflächenantigen CD20, welches vor allem von B-Lymphozyten gebildet wird. Diese Zellen des Immunsystems sind beim follikulären Lymphom, das zu den sogenannten Non-Hodgkin-Lymphomen zählt, erkrankt. In der Studie waren 531 Patienten, die an fortgeschrittenem follikulärem Lymphom litten und bis dato noch keine Behandlung erhalten hatten, mit entweder sechs Zyklen R-CHOP oder sechs Zyklen Chemotherapie gefolgt von einer Strahlen-Immuntherapie mit Iodin-133–Tositumomab (CHOP-RIT) behandelt worden.

Nach zehn Jahren waren von den mit CHOP-RIT behandelten Patienten 56 Prozent noch krankheitsfrei, in der Gruppe der mit R-CHOP Behandelten waren es hingegen nur 42 Prozent. Bezüglich des langfristigen krankheitsfreien Überlebens schnitt die Kombination aus Chemo- und Strahlen-Immuntherapie damit signifikant besser ab. Jedoch gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen bezüglich des Gesamtüberlebens nach zehn Jahren: Dieses betrug in der CHOP-RIT-Gruppe 75 Prozent, in der R-CHOP-Gruppe 81 Prozent. Auch gab es keinen Unterschied hinsichtlich des Auftretens zweiter Krebserkrankungen, myelodysplastischer Syndrome oder akuter myeloischer Leukämie (AML). Schätzungsweise sieben Prozent der Patienten aus der CHOP-RIT-Gruppe und drei Prozent der Patienten aus der R-CHOP-Gruppe verstarben in den zehn Jahren an den Folgen einer nachfolgenden zweiten Krebserkrankung, dieser Unterschied war nicht signifikant. Jedoch gab es in der CHOP-RIT-Gruppe signifikant mehr Sterbefälle an nachfolgendem myelodysplastischem Syndrom oder AML als in der R-CHOP-Gruppe (vier Prozent gegenüber 0,9 Prozent).

Nach Ansicht der Studienautoren solle die Immunchemotherapie R-CHOP bei Patienten mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem follikulärem Lymphom der Standard bleiben – so lange, bis sich neue Therapieoptionen als deutlich überlegen herausstellen.

Quelle:

https://www.krebsgesellschaft.de/

 

 

© 2016 Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten Halle (Saale) / Sachsen-Anhalt

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