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Zertifizierte Krebszentren: Nachweis besserer Versorgung

Angesichts der Diagnose Krebs stellt sich für viele Betroffene zunächst die Frage nach der optimalen Therapie. Ein wichtiges Qualitätssiegel von Krebszentren ist mittlerweile die Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft. Studien belegten jetzt eine tatsächlich bessere Behandlung.

Die Maßnahmen zu einer flächendeckenden Qualitätsentwicklung der Versorgung von Krebspatienten in Deutschland sind offensichtlich aller Mühe wert. Seit 2003 zertifiziert die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) Zentren entsprechend der Empfehlungen der aktuellen onkologischen Leitlinien. Jetzt zeigt sich: „Das Gesamtüberleben von Darmkrebspatienten an zertifizierten Darmkrebszentren ist tatsächlich deutlich höher als an nicht zertifizierten Zentren.“ Dies betonte Prof. Dr. med. Thomas Seufferlein, Vizepräsident der DKG, zum Start des Kongresses „Quality of Cancer Care“ Ende März in Berlin.

Deutlicher Überlebensvorteil

„Wir haben viel gefühlte Qualität in Deutschland, aber die Fortschritte durch die Zertifizierung der onkologischen Zentren lassen sich mittlerweile mit Daten belegen“, sagte er. Dabei verwies der an der Universität Ulm tätige Internist auf eine retrospektive Kohortenstudie des klinischen Krebsregisters Regensburg von 2018 (1): Die Behandlung an zertifizierten Darmkrebszentren resultiert danach in der betrachteten Region − auch nach Adjustierung für potenzielle Störgrößen – in einem deutlichen Überlebensvorteil, verglichen mit der Behandlung an nicht zertifizierten Zentren. Auch eine populationsbasierte Kohortenstudie mit Daten der AOK Sachsen (2), die Daten von mehr als zwei Millionen Versicherten im Zeitraum von 2005 bis 2015 untersuchte, untermauert das Ergebnis: „Das Gesamtüberleben und die 30-Tage-Sterblichkeit ist für die Patienten eines zertifizierten Zentrums signifikant besser als an nichtzertifizierten Zentren“, so Seufferlein. „Die Implementierung evidenzbasierter Qualitätsstandards in der Darmkrebsversorgung hat also in der Tat positive Auswirkungen auf patientenrelevante klinische Endpunkte.“

Mittlerweile hat die Deutsche Krebsgesellschaft mehr als 1 000 Zentren in mehr als 440 Krankenhäusern zertifiziert. Es handele sich dabei um interdisziplinäre Versorgungsnetzwerke, in denen alle relevanten ärztlichen Fachrichtungen eng zusammenarbeiten und sich freiwillig strengen Qualitätskontrollen unterziehen, erklärte Seufferlein. „Qualität in der Onkologie ist nur interdisziplinär möglich“, betonte der DKG-Vizepräsident.

Zweitmeinung: Neue Ansätze

Doch nicht alle Krebspatienten werden an DKG-zertifizierten Zentren behandelt. Derzeit seien das nur etwa 40 Prozent der Menschen mit der Erstdiagnose Krebs in Deutschland, erklärte Prof. Dr. med. Thorsten Schlomm, Urologe an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Deshalb sei es wichtig, dass diejenigen, die außerhalb von zertifizierten Zentren behandelt würden, durch ein strukturiertes Angebot die Möglichkeit erhielten, eine qualifizierte Zweitmeinung einzuholen. Etwa 140 DKG-zertifizierte Darm- und 40 Prostatakrebszentren wollen deshalb ab April auf einem Portal des Gesundheitsdienstleisters HMO ihre Expertise zur Verfügung stellen (www.krebszweitmeinung.de). Das Portal vermittele den Kontakt zu den DKG-zertifizierten Zentren und übernehme die organisatorische Betreuung der Ratsuchenden beim Einholen der Zweitmeinung, erläuterte Schlomm. Für die Zweitmeinung würden die Fälle dann auch stets in der interdisziplinären Tumorkonferenz diskutiert. Die DKG will diesen Service durch eine wissenschaftliche Evaluation begleiten.

Quelle:

https://www.aerzteblatt.de/

 

 

© 2016 Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten Halle (Saale) / Sachsen-Anhalt

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