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Empfehlungen: Die richtige Ernährung bei Krebs

Tumorpatienten sind oft mangelernährt, die Krankheit selbst und die Therapie verändern Appetit und Geschmacksempfinden. Es gibt jedoch wirksame Maßnahmen zum Gegensteuern. Drei Expertinnen geben Empfehlungen, wie sich Krebskranke ernähren sollten.

Bonn . Eine individuell ausgewogene Ernährung trägt bei Krebspatienten dazu bei, die Körperreserven zu erhalten, die Therapie zu tolerieren sowie den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität günstig zu beeinflussen.

Andererseits verschlechtern die Krankheit selbst sowie die notwendigen Therapien den Ernährungszustand derart, dass bei jedem dritten ambulant betreuten Tumorpatienten ein Risiko für Mangelernährung besteht. Inappetenz, vorzeitiges Sättigungsgefühl, Geschmacksveränderungen und Abneigung gegen bestimmte Speisen bis hin zu Übelkeit, Erbrechen und Dysphagie erschweren die Situation.

Fokus weniger auf „gute“ und „böse“ Lebensmittel legen

Gutgemeinte Ratschläge von Freunden und Angehörigen und Informationen zu „Krebsdiäten“ aus Print- und Online-Medien führen zu Verunsicherungen, im schlechtesten Fall gar zu Beeinträchtigungen der laufenden Therapie. Jeder zweite Krebspatient soll Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Praktische Tipps, die sofort umgesetzt werden können, haben kürzlich die Ernährungswissenschaftlerin Eva Kerschbaum von der Beratungsstelle für Ernährung am Tumorzentrum München und die Diätassistentinnen Claudia Thaler, Oberaudorf, und Lucia Schmitt, Garmisch-Partenkirchen, in einem Fortbildungsbeitrag publiziert (Ernährungs-Umschau 2019; 12: M734-742).

Daraus geht hervor, dass der Fokus weniger auf „gute“ und „böse“ Lebensmittel als auf einen gesunden Lebensstil mit einer bedarfsdeckenden Ernährung gerichtet werden sollte. Orientierung geben die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), des World Cancer Research Fund (WCRF) oder die S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Onkologie“.

Kritik an Krebsdiäten

Für sogenannte „Krebsdiäten“ wie die Alkaline-Diät, Breuß-Kur oder makrobiotische Kost lägen keine wissenschaftlich ausreichenden Wirksamkeitsbelege vor, schreiben die Ernährungsexpertinnen.

Besonders häufig würden in der Beratung kohlenhydratreduzierte und vegane Kost sowie Diäten zum „Aushungern“ des Tumors angefragt. All dies könne die Entwicklung einer Mangelernährung und den fortschreitenden Gewichtsverlust begünstigen, warnen sie.

Andererseits verleite unter Umständen der Versuch, einen Patienten von einer Krebsdiät abzubringen, auf die viel Hoffnung gesetzt wird, erst recht dazu, diese Diät zu verteidigen. Es gelte, mit Fingerspitzengefühl zu kommunizieren, alles zu dokumentieren sowie den Ernährungsstatus, Laborparameter und Nebenwirkungen engmaschig zu überwachen.

Auch Nahrungsergänzungsmittel sind ein häufiges Thema in der onkologischen Ernährungsberatung. Aus Sorge vor negativen Reaktionen erwähnen manche Patienten dieses Thema im Gespräch mit ihrem Arzt allerdings nicht oder halten dies für irrelevant.

In der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Onkologie“ raten maßgebliche Fachgesellschaften davon ab, Vitamine oder Mineralstoffe im Vergleich zu üblichen Referenzwerten in hohen Dosen einzunehmen.

Denn es sind Interaktionen mit medikamentösen Therapien möglich. Je nach Bezugsquelle der Mittel können die Wirkstoffe in variablen Konzentrationen enthalten sein oder die Präparate sind mit unbekannten Substanzen kontaminiert.

Quelle:

https://www.aerztezeitung.de/

 

© 2016 Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten Halle (Saale) / Sachsen-Anhalt

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