Liebe Freunde, liebe Besucher,
heute fand im Städtischen Klinikum Dessau wieder ein ganz besonderer Patiententag statt, ein Patiententag „anders herum“.
Und der Name ist tatsächlich Programm: Hier sprechen nicht Ärzte oder andere Fachkräfte über Patientinnen und Patienten. Hier stehen die Betroffenen selbst vorne und erzählen. Über ihre Erkrankung, ihre Erfahrungen, ihre Ängste und Herausforderungen, aber auch über Hoffnung, Zuversicht und das Leben mit und nach einer Krebserkrankung.

v.l.n.r. vier Patienten, die referiert haben, Frau Dr. Rockstroh & Prof. Behre
Eingeladen waren alle Mitarbeiter des Klinikums, die in den unterschiedlichsten Bereichen mit onkologischen Patienten arbeiten. Umso schöner war es zu sehen, dass dieser Einladung so viele gefolgt sind und den persönlichen Geschichten aufmerksam zugehört haben.
Vor mir berichteten drei Patienten mit ganz unterschiedlichen Erkrankungen über ihre Erfahrungen. Drei Menschen, drei Krankheitsgeschichten und drei völlig unterschiedliche Wege.
Ich durfte den Nachmittag als letzte Referentin abschließen und mein Vortrag war, wie sollte es bei mir anders sein, ziemlich bunt.

Simone, Marianne & Olaf aus unserer SHG
Natürlich erzählte ich kurz von meiner eigenen Geschichte und davon, dass aus einer damals sehr schlechten Prognose inzwischen eine persönliche Erfolgsgeschichte von mehr als 23 Jahren geworden ist. Doch mir war ebenso wichtig zu zeigen, was aus einer eigenen Erkrankung entstehen kann.
Ich sprach über mehr als zwei Jahrzehnte Selbsthilfe, über meine zahlreichen Ehrenämter, Patientenvertretung, Begegnungen, Projekte und Aktionen, aber auch darüber, wie wichtig es ist, dass die Stimme der Patienten dort gehört wird, wo Versorgung gestaltet und gelebt wird.
Denn medizinisches Fachwissen ist unverzichtbar. Aber ebenso wertvoll ist die Erfahrung der Menschen, die eine Erkrankung selbst durchleben. Sie wissen, wie sich Therapie anfühlt, wo Unsicherheiten entstehen, welche Worte guttun und manchmal auch, was im Klinikalltag vielleicht noch besser gemacht werden könnte.
Ein herzliches DANKESCHÖN an Prof. Behre und sein gesamtes Team, die diesen besonderen Nachmittag ins Leben gerufen und den Patienten ganz bewusst eine Bühne gegeben haben.
Und ganz persönlich: Danke, dass ich wieder dabei sein und referieren durfte. Für mich ist das keineswegs selbstverständlich und nach unserer inzwischen so langen und vertrauensvollen Zusammenarbeit immer wieder etwas Besonderes.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieses Patiententages:
Nicht nur über Patienten reden.
Mit Patienten reden.
Und manchmal einfach zuhören, wenn Patienten selbst etwas zu sagen haben.
Eure Simone









