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Sequenzielle Therapie mit CAR-T-Zellen und Stammzellen bei Leukämie möglich

Hangzhou – Ein Medizinerteam aus China zeigt, dass es möglich ist, bei Leukämie- und Lymphompatienten eine CAR-T-Zell-Therapie und eine hämatopoetische Stammzelltransplantation direkt hintereinander durchzu­führen – und dass damit Remissionen erreicht werden können, wie sie im New England Journal of Medicine berichten (2024; DOI: 10.1056/NEJMoa2313812).

„Die Prognose von Patienten mit rezidivierten oder refraktären hämatologischen Krebserkrankungen ist schlecht“, schreiben die Forschenden um Yongxian Hu vom Bone Marrow Transplantation Center am First Affiliated Hospital der Zhejiang University School of Medicine in Hangzhou. „Eine Behandlung mit CAR-T-Zellen vor einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSCT) könnte zur langfristigen Elimination des Tumors beitragen.“

Aber die vor einer HSCT erforderliche myeloablative Therapie sowie die zur Prophylaxe einer Graft-versus-Host-Reaktion (GVHD) eingesetzten Substanzen haben toxische Effekte. Und sie können verbleibende CAR-T-Zellen auslöschen und so das therapeutische Outcome verschlechtern. „Möglicherweise kann aber die Inte­gration der CAR-T-Zell-Therapie und der HSCT, ohne Myeloablation und GVHD-Prophylaxe, die Funktion der CAR-T-Zellen erhalten und die Tumorkontrolle verbessern“, so die Vermutung der Forschenden.

Eine solche „All-in-one“-Strategie testeten sie bei 10 Patienten mit rezidivierter oder refraktärer CD7-positiver Leukämie oder Lymphom. Nachdem die CAR-T-Zell-Therapie zur vollständigen Remission mit unvollständiger hämatologischer Erholung geführt hatte, erhielten die Patienten eine haploidentische HSCT ohne medika­men­töse Myeloablation oder GVHD-Prophylaxe.

Nach der CAR-T-Zell-Therapie wiesen alle 10 Patienten eine Panzytopenie vom Grad 4 auf. Nach der haploi­dentischen HSCT verstarb ein Patient an Tag 13 an einem septischen Schock und Enzephalitis. Bei 8 Patienten kam es zu einem vollständigen Donorchimärismus und ein Patient zeigte autologe Hämatopoese. 3 Patienten entwickelten eine mit der HSCT assoziierte akute GVHD vom Grad 2.

Sie wurden nach der CAR-T-Zell-Therapie median 15,1 Monate nachbeobachtet – das Follow-up rangierte zwi­schen 3,1 und 24,0 Monaten. 6 Patienten blieben in vollständiger Remission ohne minimale Resterkran­kung, bei 2 kam es zu einem Rezidiv der CD7-negativen Leukämie und einer starb nach 3,7 Monaten an einem septischen Schock. Das geschätzte 1-Jahres-Gesamtüberleben lag bei 68 % (95-%-KI 43-100) und das ge­schätzte krankheitsfreie Überleben nach einem Jahr bei 54 % (95-%-KI 29-100).

Fazit der Autoren: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es sicher und effektiv ist, eine CD7-CAR-T-Zell-Therapie und eine haploidentische HSCT direkt aufeinanderfolgend durchzuführen. Es können damit Re­missionen erreicht werden. Schwere Nebenwirkungen treten auf, sind aber reversibel. Diese Strategie ist ein praktikabler Ansatz für Patienten mit CD7-positiven Tumoren, für die eine konventionelle allogene HSCT nicht in Frage kommt.“

Quelle:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/

 

© 2016 Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten Halle (Saale) / Sachsen-Anhalt

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