Liebe Freunde, liebe Besucher,
gestern durfte ich an der YES!CON teilnehmen – der größten Krebs-Convention Deutschlands, die von Betroffenen für Betroffene organisiert wird. Für mich ist der Besuch dieser besonderen Veranstaltung weit mehr als nur ein Termin im Kalender. Es ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Hoffnung.
Natürlich wissen wir alle, wie wichtig Netzwerken heutzutage ist. Gerade bei einer Erkrankung wie Krebs kann der Austausch mit anderen Betroffenen Kraft schenken, Perspektiven eröffnen und das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein. Doch die YES!CON bietet noch viel mehr: Sie schafft Raum für Wissen, Aufklärung und vor allem für echte, ehrliche Gespräche.
In verschiedenen Vorträgen konnte ich viele wertvolle Impulse mitnehmen. Besonders beeindruckt haben mich:
- Die Eröffnung mit Judith Gerlach, Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention.
- „Bewegung als Teil von Therapie und Nachsorge“ – ein eindrucksvoller Vortrag darüber, wie wichtig körperliche Aktivität für Heilung und Lebensqualität sein kann.
- „Studien verstehen – Hintergründe, Ziele und der richtige Weg für Patienten“, der verständlich erklärte, wie klinische Studien funktionieren und welche Chancen sie bieten.
- „Ohne Tabus – Wie können wir mitten im Leben mit dem Tod umgehen?“ – ein bewegender Vortrag über eines der schwierigsten Themen überhaupt.
- „Hallo Doc – Blasenkrebs“.
Doch so wertvoll die fachlichen Inhalte auch waren, was diese Veranstaltung für mich unvergesslich gemacht hat, waren die emotionalen Begegnungen zwischen den Menschen.
Besonders berührt hat mich das Gespräch mit Patrice Aminati. Ich hatte die Gelegenheit, ihr Mut zuzusprechen. Dabei erzählte ich ihr von meiner eigenen Geschichte. Im Jahr 2003 gaben mir die Ärzte eine Überlebenschance von lediglich zehn Prozent. Heute, mehr als zwei Jahrzehnte später, lebe ich. Und nicht nur das: Ich genieße jeden einzelnen Tag, jede Stunde und jede Sekunde meines Lebens bewusst.
Meine Worte schienen sie tief zu berühren. Ihre Antwort werde ich nicht vergessen:
„Deine Worte bedeuten mir so viel und geben mir Kraft zum Kämpfen und niemals aufzugeben.“
Dieser Satz hat mich sehr bewegt. Er zeigt, wie wichtig es ist, Erfahrungen zu teilen. Manchmal können Worte genau das sein, was ein Mensch in einem schwierigen Moment braucht: Hoffnung.
Die YES!CON hat einmal mehr gezeigt, dass Krebs zwar vieles verändern kann, aber nicht die Kraft des Miteinanders. Dort treffen Menschen aufeinander, die verstehen, was andere durchmachen. Menschen, die Wissen teilen, Mut machen und gemeinsam nach vorne blicken.
Ich bin dankbar, dabei gewesen zu sein. Dankbar für die Begegnungen, die vielen wertvollen Gespräche mit Betroffenen, mit Angehörigen, mit Vereinen, mit SHG aber auch mit Fachärzten. Außerdem sind es die vielen Momente, die gezeigt haben, dass Hoffnung stärker sein kann als jede Prognose.
Denn manchmal beginnt neue Kraft genau dort, wo Menschen einander zuhören, verstehen und Mut schenken.
Noch paar Zitate des Tages, die ich einfangen habe:
- „Wir sind hier, wir sind laut und wir leben jetzt“
- „Eine Krebserkrankung ist emotional schwer zu ertragen“
- „Hier auf der YES!CON sind so viele Mutmacher“
- „Teamsport ist wie eine Droge und so schön“
- „Mein Arzt sein Appell an mich – bitte bewege Dich weiter“
- „Bewegung ergänzt die Therapie und dadurch haben die Patienten bessere Lebensqualität“
- „Wenn der Patient glücklich ist, wirkt sich das auch auf das Immunsystem aus“
- „Studien sollen ein normaler Teil der Therapieentscheidung sein“
- „Wir machen nichts besonders einfach, sondern doppelt so schwer“
- „Patienten sollten nur das unterschreiben, was sie auch verstehen“
- „Ehrliche Kommunikation seitens der Ärzte, um sich von der Familie würdevoll verabschieden zu können“
- „Das Wort Krebs ist gegenüber meinen kleinen Kindern nie gefallen“
- „Du weinst nur noch nachts, wenn es keiner sieht“
- „Geht nicht nur zum Hausarzt, sondern zum Facharzt“
- „Krebserkrankung gehört nicht an ein Provinzkrankenhaus“
- „Frauen werden oft viel radikaler operiert als Männer“
- „Patienten müssen einfordern und laut sein gegenüber der Politik“
Ein paar Bilder von der YES!CON sind hier zu sehen.
Eure Simone









