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Sommersymposium der Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten setzt wichtige Impulse für die Zukunft

Liebe Freunde, liebe Besucher,

mit dem ersten Tag des zweiten Halbjahres fand das diesjährige Sommersymposium der Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten statt. Die Veranstaltung bot erneut eine wertvolle Plattform für den Austausch zwischen Betroffenen, medizinischen Fachkräften, Politik und den Akteuren der hämatologischen Selbsthilfe.

Zu den Gästen zählten Vertreter aus der Politik, der Ärzteschaft sowie der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft. Gemeinsam wurde über die Herausforderungen und Perspektiven der onkologischen Versorgung sowie die Bedeutung einer starken Selbsthilfe diskutiert.

Zu Beginn des Symposiums begrüßte ich die Anwesenden mit einer ausführlichen Eröffnungsrede. Dabei blickte ich auf ein ereignisreiches und erfolgreiches vergangenes Jahr zurück. Besonders hervorgehoben wurden die zahlreichen Aktivitäten der Selbsthilfegruppe, die weit über die klassische Betroffenenarbeit hinausgehen. Hierzu zählen unter anderem mehrere Typisierungsaktionen, mit denen neue potenzielle Stammzellspender gewonnen werden konnten, die Erstellung eigener Informationsbroschüren für Patienten sowie die Durchführung eigener Umfragen, deren Ergebnisse wichtige Erkenntnisse über die Bedürfnisse und Herausforderungen von Menschen mit hämatologischen Erkrankungen liefern.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ansprache war die hervorragende Zusammenarbeit mit den sektorübergreifend tätigen Ärzten. Anhand zwei konkreter Beispiele aus der Pulmologie sowie der Viszeralchirurgie wurde deutlich, wie wichtig eine enge interdisziplinäre Vernetzung für eine qualitativ hochwertige Versorgung von Patienten ist. Gerade die Verzahnung ambulanter und stationärer Strukturen trägt entscheidend dazu bei, Behandlungswege zu optimieren und die Versorgung nachhaltig zu verbessern. Unsere Selbsthilfegruppe versteht sich dabei als verlässlicher Partner im Gesundheitswesen und als Bindeglied zwischen Betroffenen, Medizin und Politik.

Ebenso richtete sich der Blick bereits nach vorn. Im kommenden Kalenderjahr steht ein besonderes Ereignis bevor: Unsere Selbsthilfegruppe wird ihr Jubiläum feiern. Erste Einblicke in die Planungen machten deutlich, dass die Jubiläumsveranstaltung nicht nur Anlass zum Feiern sein wird, sondern auch die Entwicklung der Selbsthilfe sowie ihre Bedeutung für die Gesundheitsversorgung eindrucksvoll darstellen soll.

Ein zentrales Thema des Symposiums war darüber hinaus die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Soziales, Jugend und Gesundheit Sachsen-Anhalt. Anlass hierfür waren jüngste Äußerungen des kommissarischen Leiters, Herrn Wenzel, die bei den Betroffenen auf großes Unverständnis stießen. In einer Diskussion bezeichnete er Krebspatienten als „Einzelfälle“. Diese Aussage wurde von den Teilnehmern des Symposiums als weder der Realität noch der Dimension der Erkrankung angemessen empfunden.

Tatsächlich erhalten jedes Jahr rund 20.000 Menschen in Sachsen-Anhalt erstmals die Diagnose Krebs. Vor diesem Hintergrund wurde deutlich gemacht, dass es sich keineswegs um Einzelfälle handelt, sondern um eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Die Selbsthilfegruppe erwartet daher, dass Verantwortliche, die sich an gesundheitspolitischen Diskussionen beteiligen, sich im Vorfeld umfassend mit den Fakten und den Lebensrealitäten der Betroffenen auseinandersetzen. Nur auf dieser Grundlage kann ein respektvoller und lösungsorientierter Dialog gelingen.

Erfreulich war deshalb die Reaktion des Landtagsabgeordneten Hendrik Lange, der die vorgetragenen Kritikpunkte aufmerksam aufnahm und zusagte, diese in den Landtag mitzunehmen. Aufgrund der derzeitigen parlamentarischen Sommerpause wird eine weitere Befassung mit dem Thema erst nach der sitzungsfreien Zeit möglich sein. Die Selbsthilfegruppe wird den weiteren Verlauf aufmerksam begleiten und den Dialog mit der Politik konsequent fortsetzen.

Im Anschluss an die Begrüßung erhielten die eingeladenen Fachreferenten Gelegenheit, ihre aktuellen Einschätzungen zur gesundheitspolitischen Entwicklung zu geben. Die beteiligten Ärzte berichteten über Neuerungen in der medizinischen Versorgung. Ebenso informierte Anke als Vertreterin der Selbsthilfegruppe für Menschen mit myeloproliferativen Neoplasien (MPN) über aktuelle Entwicklungen aus ihrem Fachbereich. Hendrik Lange ergänzte die Diskussion mit seiner politischen Perspektive auf die Herausforderungen im Gesundheitswesen.

Deutlich wurde dabei, dass derzeit viele Unsicherheiten bestehen. Die künftige Entwicklung des Sozial-, Renten- und Gesundheitssystems beschäftigt viele Menschen…insbesondere Patienten mit einer schweren chronischen und dazu noch onkologischen Erkrankung. Fragen zur finanziellen Absicherung, zu sozialrechtlichen Ansprüchen, zur medizinischen Versorgung und zu den Auswirkungen geplanter Reformen bewegen zahlreiche Mitglieder der Selbsthilfegruppe. Gerade deshalb sind Veranstaltungen wie das Sommersymposium von besonderer Bedeutung: Sie schaffen Raum für Information, Austausch und den direkten Dialog zwischen Betroffenen, Medizin und Politik.

Fazit:

Das Sommersymposium unterstrich eindrucksvoll die wichtige Rolle der Selbsthilfe als kompetenter Ansprechpartner, Ideengeber und Interessenvertreter der Patientinnen und Patienten. Die Veranstaltung machte deutlich, dass sich die Selbsthilfegruppe in den vergangenen Jahren zu einem anerkannten und geschätzten Partner im Gesundheitswesen entwickelt hat. Mit großem Engagement, innovativen Projekten und einer konstruktiven Zusammenarbeit mit medizinischen Einrichtungen, Fachgesellschaften und politischen Entscheidungsträgern setzt sie sich weiterhin für eine bestmögliche Versorgung und die Interessen der Betroffenen ein.

Noch zwei Zitate des Tages:

„Selbsthilfe bedeutet heute weit mehr als gegenseitige Unterstützung. Wir gestalten Versorgung aktiv mit, entwickeln eigene Projekte und geben den Betroffenen eine starke Stimme.“

„Wer gesundheitspolitische Verantwortung trägt, sollte die Lebenswirklichkeit von jährlich rund 20.000 neu an Krebs erkrankten Menschen in Sachsen-Anhalt kennen. Diese Menschen sind keine Einzelfälle, sie verdienen Aufmerksamkeit, Respekt und eine verlässliche gesundheitspolitische Perspektive.“

Eure Simone

© 2016 Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten Halle (Saale) / Sachsen-Anhalt

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