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Gemeinsame Jahrestagung der DGHO, OeGHO, SSMO, SGH+SSH In Hamburg vom 13.-16.10.23

Liebe Freunde, liebe Besucher,

vom 13.-16. Oktober 2023 fand die Gemeinsame Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie in Hamburg statt, und es war zweifellos ein denkwürdiges Ereignis. Mit einer beeindruckenden Vielfalt an Themen und Sprechern bot der Kongress einen umfassenden Einblick in die neuesten Entwicklungen in der Onkologie und insbesondere der Hämatologie. Als Teilnehmer hatte ich die Gelegenheit, mich in eine Welt des Wissens und des Austauschs zu vertiefen, die weit über das Alltägliche hinausgeht.

Eine der faszinierendsten Sitzungen beschäftigte sich mit dem Thema "Angst bei Krebspatienten". Angst ist eine Emotion, die viele Krebspatienten in ihrem Behandlungsprozess begleitet. Auf diesem Kongress wurden innovative Ansätze zur Bewältigung von Angstzuständen und psychischen Belastungen bei Krebspatienten vorgestellt. Es war ermutigend zu sehen, wie sich die Onkologie zunehmend auf die psychosozialen Bedürfnisse der Patienten konzentriert.

Ein weiteres Schwerpunktthema war das Multiple Myelom. Hier ging es um die Frage, ob eine Dauertherapie oder gelegentliche Therapiepausen die bessere Wahl sind. Diese Diskussion ist von großer Bedeutung, da sie direkt die Lebensqualität der Betroffenen beeinflusst. Die präsentierten Daten und Erfahrungen gaben wertvolle Einblicke in die Vor- und Nachteile der verschiedenen Ansätze.

Kommunikation spielt eine entscheidende Rolle im Umgang mit Krebs. Eine fesselnde Sitzung widmete sich dem Thema "Kommunikation, die trösten kann". Hier lernten wir, wie Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten einfühlsam und wirkungsvoll mit ihren Patienten kommunizieren können, um Angst und Unsicherheit zu lindern.

Highlights von der Gemeinsamen Jahrestagung

Die Gemeinsame Jahrestagung der Onkologie ist ein bedeutendes Ereignis in der medizinischen Welt. Sie bietet Fachleuten eine Plattform, um neueste Entwicklungen, Forschungsergebnisse und Herausforderungen im Bereich der Krebsbehandlung zu diskutieren. In diesem Jahr standen zahlreiche wichtige Themen auf der Agenda, die das Potenzial haben, die Art und Weise, wie wir Krebserkrankungen angehen, zu verändern.

  1. Angst bei Krebspatienten". Angst ist eine Emotion, die viele Krebspatienten in ihrem Behandlungsprozess begleitet. Auf diesem Kongress wurden innovative Ansätze zur Bewältigung von Angstzuständen und psychischen Belastungen bei Krebspatienten vorgestellt. Es war ermutigend zu sehen, wie sich die Onkologie zunehmend auf die psychosozialen Bedürfnisse der Patienten konzentriert. In diese Session habe ich mir erlaubt, mich mit einem positiven Beispiel zu Wort zu melden. Mein Prof. Schmoll aus dem UKH sagte vor mehr 20 Jahren zu mir: „Wenn ein Rezidiv kommen will, das können wir leider nicht beeinflussen. Aber ich kann Ihnen versprechen, dass ich mich erneut um sie kümmern werde“. Aufgrund dieser Aussage, hatte ich persönlich keine Angst vor der Nachsorge bzw. vor einem Rezidiv. Diese beiden Sätze legte ich den anwesenden Ärzten ans Herz, um ihren Patienten die Angst etwas nehmen zu können.
  2. Das Multiple Myelom - Dauertherapie versus Therapiepause: Das Multiple Myelom ist eine komplexe Krebserkrankung des Knochenmarks. Eine der viel diskutierten Fragen ist, ob Patienten von einer kontinuierlichen Dauertherapie profitieren oder ob gezielte Therapiepausen sinnvoll sein können, um Nebenwirkungen zu minimieren. Auf der Jahrestagung wurden aktuelle Studien und Empfehlungen zu diesem Thema vorgestellt, um Ärzten und Patienten bei der Entscheidungsfindung zu helfen. Im Endeffekt sollte jeder Patient eine personalisierte Therapie erhalten. Jeder einzelne Patient ist einzigartig und seine Therapie sollte dementsprechend angepasst werden.
  3. Kommunikation, die trösten kann: Die Kommunikation zwischen Ärzten, Pflegepersonal und Krebspatienten spielt eine entscheidende Rolle im gesamten Behandlungsprozess. Auf der Tagung wurde betont, wie einfühlsame und verständliche Kommunikation nicht nur die Lebensqualität der Patienten verbessern kann, sondern auch dazu beiträgt, Ängste und Unsicherheiten zu reduzieren. Ebenso wurde betont, dass es den Ärzten oft schwer fällt, bei sehr sensiblen Patienten die Wahrheit zu äußern. Alles muss individuell auf den Patienten und deren Angehörige angepasst werden.
  4. Psychoonkologie: Die psychische Gesundheit von Krebspatienten ist von großer Bedeutung. Psychoonkologen arbeiten daran, Strategien zur Bewältigung von emotionalen Belastungen und psychischen Herausforderungen bei Krebspatienten zu entwickeln. Auf der Tagung wurden Fortschritte in diesem Bereich vorgestellt, um die ganzheitliche Betreuung der Patienten zu gewährleisten.
  5. Lieferengpässe onkologischer Medikamente: Die Verfügbarkeit von lebenswichtigen onkologischen Medikamenten ist entscheidend für die Behandlung von Krebspatienten. Die Konferenz bot Gelegenheit, die aktuellen Herausforderungen im Zusammenhang mit Lieferengpässen zu erörtern und Lösungsansätze zu diskutieren.
  6. Künstliche Intelligenz in der Hämatologie: Die Rolle der künstlichen Intelligenz in der Hämatologie gewinnt zunehmend an Bedeutung. Von der Früherkennung von Krebserkrankungen bis zur personalisierten Behandlungsplanung gibt es viele spannende Anwendungen. Experten präsentierten auf der Tagung innovative Technologien und deren potenzielle Auswirkungen auf die Patientenversorgung.
  7. CAR-T-Zell-Therapie: Die CAR-T-Zell-Therapie ist eine aufregende neue Form der Immuntherapie, bei der körpereigene Zellen genetisch verändert werden, um Krebszellen zu bekämpfen. Die Jahrestagung beleuchtete den aktuellen Stand der CAR-T-Zell-Therapie und deren Rolle in der Behandlung verschiedener hämatologischer Krebserkrankungen.
  8. Leukämien sind bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems, die das Leben der Betroffenen dramatisch verändern können. Die Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Leukämien ist von entscheidender Bedeutung, da sie unterschiedliche Verläufe und Therapieansätze erfordern. Die Vorträge zu diesem Thema führten die Teilnehmer in die tiefsten Schichten dieser Erkrankungen ein. Experten auf diesem Gebiet diskutierten die neuesten Fortschritte in der molekularen Diagnostik und Therapie von Leukämien. Die Präsentationen beleuchteten auch die Rolle von Immuntherapien und zielgerichteten Medikamenten, die die Aussichten für Patienten erheblich verbessern können. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in die Herausforderungen der Krankheitsüberwachung bzw. -management sowie die Bedeutung klinischer Studien für die Entwicklung neuer Behandlungsansätze.
  9. Lymphome sind Krebserkrankungen des lymphatischen Systems, die von langsam wachsenden, indolenten Formen bis zu aggressiven und schnell fortschreitenden Varianten reichen. Die Vorträge zu indolenten und aggressiven Lymphomen brachten die Komplexität und die vielfältigen Herausforderungen dieser Erkrankungen ans Licht. Die Experten diskutierten die feinen Unterschiede in der Diagnose und Behandlung von Lymphomen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Rolle von Bildgebungsverfahren, Genomanalysen und Biomarkern gelegt, die bei der Identifizierung der richtigen Therapieentscheidungen eine entscheidende Rolle spielen. Es wurde auch betont, wie wichtig die frühzeitige Erkennung von Rückfällen und die Nachsorge nach einer Behandlung sind. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in innovative Therapieansätze, darunter Immuntherapien wie CAR-T-Zell-Therapie und monoklonale Antikörper. Diese Behandlungen bieten vielversprechende Perspektiven für Patienten, insbesondere für diejenigen mit aggressiven Lymphomen.

Die Gemeinsame Jahrestagung der Onkologie bot eine einzigartige Gelegenheit für Fachleute aus der medizinischen Gemeinschaft, sich über die neuesten Entwicklungen in der Krebsforschung auszutauschen und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen in der Onkologie zu finden. Die präsentierten Informationen und Diskussionen werden zweifellos dazu beitragen, die Krebsbehandlung weiter zu verbessern und das Leben von Krebspatienten weltweit positiv zu beeinflussen. Die Welt der Medizin und Forschung ist ständig im Wandel, und in dieser dynamischen Umgebung sind wissenschaftliche Vorträge von unschätzbarem Wert.

Noch ein paar Zitate, die ich während der Jahrestagung aufgegriffen hab:

  • „Angst wird nach wie vor in der Nachsorge vernachlässigt“
  • „Angst haben fast alle onkologischen Patienten und werden dadurch oft wesentlich beeinflusst“
  • „Krebspatienten sollten aller 5 Jahre zur kardiologischen Nachsorge gehen“
  • „Man sollte den Patienten fragen, was wichtiger ist – Lebensqualität versus Überleben“
  • „Trösten und nicht Schönreden“
  • „Sinnvoll mit der Sinnlosigkeit umgehen“
  • „Wunsch nach Beschleunigung des Sterbeprozesses“
  • „Antwort geben ist eine Aufgabe des Mediziners und nicht des Medikamentes“
  • „Ich bin einer von denen, wo der Glaube abhandengekommen ist“
  • „Wenn der Tod plötzlich ein Datum hat“
  • „Vertrauen ist in der Medizin das Wichtigste“
  • „Wir benutzen die KI, um das Leben zu erleichtern, auch in der Hämatologie“

Bilder zur Jahrestagung findet Ihr hier

Eure Simone

© 2016 Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten Halle (Saale) / Sachsen-Anhalt

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