Liebe Freunde, liebe Besucher,
am gestrigen Tag fand in Bad Salzelmen erneut die Zukunftswerkstatt der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft (SAKG) statt. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Selbsthilfegruppen aus dem gesamten Bundesland kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungsansätze rund um das Thema Krebs auszutauschen.
Fachlicher Input und aktuelle Entwicklungen
Sven Weise, Geschäftsführer der SAKG, bot den Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in aktuelle Ergebnisse, Zahlen und Fakten. Dabei standen verschiedene Themenfelder im Mittelpunkt, die für Betroffene und Angehörige gleichermaßen bedeutsam sind. Dazu zählten unter anderem:
rechtliche Aspekte, insbesondere im Bereich des Schwerbehindertenrechts
Deutlich wurde zudem, wie bedeutend die Selbsthilfe in Sachsen-Anhalt ist: Derzeit existieren landesweit 95 eingetragene Selbsthilfegruppen, die sich mit unterschiedlichen Facetten des Themenfelds „Krebs“ befassen.
Politischer Austausch im Fishbowl-Format
Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war der Austausch mit der Politik. In einer sogenannten Fishbowl-Diskussion stand die SPD-Landtagsabgeordnete Katrin Gensecke, selbst seit über 20 Jahren in der Selbsthilfe aktiv. Aufgrund einer chronischen Erkrankung ist sie mit dem Thema vertraut und stand den Teilnehmenden Rede und Antwort.
Katrin erläuterte politische Rahmenbedingungen, beantwortete Fragen der Selbsthilfegruppen und zeigte großes Verständnis für deren Anliegen. Sie betonte die Bedeutung, chronische Erkrankungen und die Bedürfnisse Betroffener stärker in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken. Der Dialog drehte sich unter anderem um bürokratische Hürden, die das Engagement in der Selbsthilfe sowie die Unterstützung von Patientinnen und Patienten häufig erschweren. Der Wunsch nach weniger Verwaltungsaufwand und mehr direkt nutzbarer Zeit für Betroffene wurde dabei deutlich formuliert.
Besorgniserregende Trends im Gesundheitsverhalten
Im Verlauf der Werkstatt wurde zudem auf aktuelle Trends im Gesundheitsverhalten in Sachsen-Anhalt hingewiesen, die aus Sicht der Teilnehmenden Anlass zur Sorge geben. In mehreren Bereichen sind die Zahlen weiterhin steigend:
Diese Entwicklungen stehen im Widerspruch zu den bekannten Empfehlungen der Krebsprävention und unterstreichen die Bedeutung umfassender Aufklärung, niedrigschwelliger Angebote sowie einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Politik, Fachstellen und Selbsthilfe.
Fazit:
Die Zukunftswerkstatt zeigte erneut, wie wichtig der Austausch zwischen Betroffenen, Fachleuten und politischen Vertreterinnen und Vertretern ist. Die Veranstaltung bot nicht nur Raum für Information und Vernetzung, sondern zeigte auch konkrete Handlungsfelder auf – von der Entlastung der Selbsthilfe bis hin zu gesellschaftlichen Herausforderungen im Gesundheitsverhalten. Die SAKG setzt damit ein deutliches Zeichen für eine stärkere Wahrnehmung der Belange von Menschen mit Krebserkrankungen in Sachsen-Anhalt. Für zukünftige Veranstaltungen wünsche ich mir eine deutlich höhere Teilnahmezahl. Themen wie Prävention, soziale Unterstützung und politische Rahmenbedingungen betreffen uns alle – direkt oder indirekt. Mehr Interesse und eine stärkere Beteiligung würden nicht nur den Austausch bereichern, sondern auch dazu beitragen, Probleme klarer sichtbar zu machen und Veränderungen anzustoßen. Denn nur, wenn über Herausforderungen gesprochen wird, können gemeinsam nachhaltige Lösungen entwickelt werden.
Eure Simone









